Der Kinderkarneval

2016 Florian Bauer und Joline Schumann
2015 Elias Kläs und Isabella Marten
2014 Alexander Pfeil und Lara Kaufmann
2013 Benjamin Lauer und Celina Meeth
2012 Maximilian Pfeil
2011 Philipp Raskob und Laura Schmitz
2010 Max Bauer und Melina Krämer
2009 (kein Prinzenpaar)
2008 Jonas Zimmer und Laura Bauer
2007 Lena Gerhards und Jonas Raskob
2006 Michelle von Ameln und Nicklas Becker
2005 Alina Disch und Florian Jaeger
2004 (kein Prinzenpaar)
2003 Melanie Becker und Thomas Mertes
2002 Leonie Müllen und Thomas Schlifter
2001 Isabel Meyer und Stefano Britten
2000 (kein Prinzenpaar)
1999 Selina Zimmer und Christian Roden
1998 Josefin Meyer und Alexander Roden
1994 Julia Neumann und Sebastian Keil
1993 Karin Schneider und Florian Roden
1992 Manuela Heider und Michael Schäfer
1990 Daniela Borsch und Robin Dressel
1989 Nadine Gräfen, geb. Wallerath und Marcel Kalsch
1987 Jennifer Schäfer, geb Kaspers und Thorsten Kaster

Entwicklung

Der Kinderkarneval hat in Gillenfeld Tradition. In organisierter Form wurde er in den 50er Jahren durch den Kindergarten aus der Taufe gehoben. Die damalige Kindergartenleiterin Friedel Rodermann, „Fräulein Friedel“, war diesbezüglich sehr engagiert, so dass man sie als die eigentliche „Mutter“ des Gillenfelder Kinderkarnevals bezeichnen kann. Allerdings hatte er noch nicht die heutige Form, sondern bestand aus einem bunten Umzug am Karnevalsonnstag.

Nachdem sich der Kindergarten, aus welchen Gründen auch immer, in späteren Jahren nicht mehr für den Kinderkarneval verantwortlich zeichnete, waren mehrere karnevalistisch ambitionierte Eltern der Meinung, dass es damit nicht getan sein dürfte. Gisela Vosen nahm federführend das Heft in die Hand und organisierte 1977, unterstützt von Hildegard Kaster, einen Kinderkarneval, der alle begeisterte. Über den Umzug hinaus fand nun eine richtige Kappensitzung, ganz wie bei den „Großen“ statt. Erstmals regierte eine Kinderprinzenpaar (Dietmar Kaster und Sabine Braun), begleitet von einer Funkengarde und einem Elferrat, allesamt in selbstgefertigten Roben. Auf den Umzug wurde aus versicherungstechnischen und organisatorischen Problemen ab 1980 verzichtet. Stattdessen wurden die Sitzungen immer professioneller. Der Kinderkarneval hatte zwischenzeitlich einem guten Namen, der Saal drohte regelmäßig wegen Überfüllung aus den Nähten zu platzen.

Bis 1982 konnten sich Gisela Vosen und Hildegard Kaster diese Erfolge, aber auch die viele Arbeit anhaften. 1985 kam Caroline Schenk zu dem Führungsteam und zeichnete sich ab 1989 für den Kinderkarneval hauptverantwortlich. Seit 1993 wurde mit Maria Reth eine weitere Stütze gefunden und nicht zu vergessen, Gisela Höntschke, die den Kinderkarneval 3 Jahre tatkräftig unterstützte.

In den Jahren 1996 bis 2001 wurde der Kinderkarneval durch Bianca Keweloh und  Hedi Lux geleitet und organisiert. Von 2001 bis 2006 zeichneten sich Hedi Lux und Dagmar Meul für den Kinderkarneval verantwortlich. 2007 und 2008 wurde er von Marion Vosen gemanagt, 2008 verstärkt durch Christine von Ameln und in 2009 mit Nicole Schmitz. 2010 übernahm Siggi Roden für ein Jahr diese Aufgabe und seit seit 2011 sind hierfür Kerstin Schmitz und Melanie Schultheis verantwortlich.

Darüber hinaus waren und sind natürlich noch weitere Helferinnen und Helfer engagiert, um zum Gelingen der Veranstaltungen beizutragen.

Seit Beginn der 90er Jahre wird der Kinderkarneval in enger Kooperation mit dem „Karneval-Verein „Moareulen“ Gillenfeld 1963 e.V.         Seit der Generalversammlung vom 23.06.1995 ist er auch formell eine Unterabteilung des Vereins.

Ablauf

Viele haben sich wahrscheinlich noch keine Gedanken gemacht, wie die Sitzungen mit allem Drum und Dran zustande kommen. Wer noch nicht mit Kindern gearbeitet hat oder selbst keine hat, stellt sich das vielleicht ganz einfach vor. Das ist es aber nicht! Es bedarf schon frühzeitiger Planungen, umfangreicher Organisation und Liebe zur Sache um das in den vielen Kinderköpfen Sprühende zu einem Sitzungsprogramm zu formen, dass dann auch noch funktioniert und begeistert. Viel Engagement, Freizeit und oft auch kosten müssen eine Reihe von Idealisten hierfür investieren.

Grundvoraussetzung jeder Sitzung ist zunächst, dass viele Kinder bereit sind mit zu machen. Nun rekrutieren sich die interessierten Akteure leider nicht in Scharen; vielmehr bringt der erste Aufruf meist nur magere Resonanz. Beim zweiten Versuch werden dann die Kinder persönlich angesprochen, was in der Regel mehr fruchtet. Diese Probleme stellen sich erfreulicherweise nicht beim Zusammenstellen der Funkengarde. Hier ist ein zunehmend positiver Trend zu verzeichnen, sind doch die meisten Mädchen ganz erpicht darauf, ihre tänzerischen Leistungen darzubieten. Die Zahl der begeisterten Interessenten wurde in den letzten beiden Jahren so groß, dass neben der Kindergarde noch eine „Mini-Garde“ gegründet werden konnte. Dies war natürlich nur möglich durch den Einsatz der Choreografinnen, die in ihrer Freizeit oft täglich mit den Mädchen trainieren.

Auch die Frauen, Mädchen und Mütter, die andere Gruppen und Akteure betreuen, leisten ein hartes Stück Arbeit. Der Trend geht dabei immer mehr zu Tanz und Gesangsbeiträgen, die wenigsten sind bereit eine Büttenrede zu halten. Das ist etwas traurig, denn was ist eine Kappensitzung ohne Büttenrede!?

Nachdem nun die Funkengarde und der Elferrat „bestückt“ sind, beginnt die suche nach einem Prinzenpaar , was sich nicht immer als ganz einfach erweist. Das größte Problem stellt sich doch, einen passenden Prinzen für die Prinzessin zu finden. Vorschläge Erwachsener werden oft mit: „Bohh, der doch nicht“, oder „Der ist doch doof“ kommentiert. Hat sich die Prinzessin dann doch entschieden, stellt sich das nächste Problem, der „Auserwählte“ fühlt sich in seiner rolle überfordert. Es bedarf dann einiger Überredungskunst, ihn von seiner „auf den Leib geschriebenen Rolle“ zu überzeugen. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel. Lobend seien in jedem Fall die Eltern zu erwähnen, die es ihren Kindern ermöglichen, die Regentschaft als Kinder-Prinzenpaar zu übernehmen, auch unter dem finanziellen Aspekt.

War die Prinzenpaarsuche also erfolgreich, steht auch ungefähr 1 Woche vor der Sitzung endlich fest, wie viele Kinder in welcher form aktiv werden. Vorsorglich wurden genügend Orden besorgt und nach langem Suchen eine Kapelle gefunden, die zu einem akzeptablen Preis die Kindersitzung musikalisch begleitet. Jetzt kann das Programm erstellt und dem Präsidenten bis ins Detail alle Begrüßungen, Ansprachen, Abmärsche etc. vorgegeben und mit ihm durchgesprochen werden. Im Anschluss daran muss das fertige Programm mit der Musikkapelle besprochen werden, damit die passende Musik an den richtigen Stellen gespielt wird.

Endlich ist es soweit. Die selbst erstellten Eintrittskarten sind bereits verkauft und der Tag der Generalprobe steht an! Diese erweist sich während der ersten halben Stunde in der Regel als absolut chaotisch, sind doch ca. 50 Kinder während der Probe so ruhig zu halten, dass die vortragenden ihre Darbietungen verhältnismäßig ruhig üben können. Irgendwann beruhigt sich jedoch die „Meute“ und die Generalprobe klappt dann einigermaßen. Zwei Tage später kommt dann der große Tag und die ersten Aktiven „turnen“ schon morgens um 10:00 Uhr, während die Organisatoren den Saal richten, aufgeregt herum. Pünktlich um 14:00 Uhr marschieren dann Prinzenpaar, Funkengarde und Elferrat in die festlich geschmückte Narhalla ein und bieten einem begeisterten Publikum eine Supershow. Nach etwa 2 Stunden freuen sich alle Aktiven, vor allem die „hinter den Kulissen“, dass alles relativ glatt verlaufen ist.

Noch einmal gefordert sind die kleinen Akteure beim Rosenmontagszug, an dem die Funkengarde, der Elferrat und nicht zuletzt das Prinzenpaar, teilnehmen. Im Prinzenwagen, dankenswerterweise von den Prinzenpaar-Eltern schön dekoriert, wird das Prinzenpaar dann während des Umzuges von allen Rosenmontagsnarren bewundert.

Last, but not least bleibt den Verantwortlichen noch das Einsammeln der vereinseigenen Gardekleider, der Elferratsuniform und die Suche nach einem geeigneten Ort, den Prinzenwagen für ein weiteres Jahr unterzustellen.

Bleibt zum Schluss die Hoffnung, dass der Gillenfelder Kinderkarneval stets aufrecht erhalten bleibt uns sich immer wieder Idealisten finden, diese oft chaotisch anmutende, jedoch auch schöne Arbeit mit so vielen, noch begeisterungsfähigen Kindern fortzuführen.

Caroline Schenk 1995

ergänzt durch Dietmar Geib 2010, geändert 2014

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